Freitag, 8. November 2013


Weihnachtsgeschenke in der Spielgruppe

Die Kinder sollen ihre Geschenke selbst anfertigen können, soweit sind sich alle einig! Dann gehen die Meinungen aber weit auseinander! Einige plädieren für unperfekte (?) Geschenke, die keinen Staub ansetzen sollen, andere versuchen mit den Kindern brauchbare Geschenke, die lange Freude bereiten, herzustellen.

Wir gehören zur zweiten Gruppe, dies liegt wohl einerseits daran, dass wir beide sehr gerne basteln und es für uns jedes Jahr eine neue beglückende Herausforderung ist, ein Geschenk zu „erfinden“, dass die Kinder grösstenteils selbst gestalten können und dass den Eltern Freude bereitet. Wir kennen die Fähigkeiten unserer Kinder, schätzen sie meistens richtig ein und trauen ihnen entsprechend viel zu.

Unsere Kinder dürfen jede Woche unzählige Material- und Technikerfahrungen machen,  die meisten Angebote stellen den Weg, das Experimentieren, das Entdecken,  nicht das Endprodukt in den Vordergrund, trotzdem freuen sich die Kinder über ihre Produkte und zeigen sie stolz ihren Müttern. Manchmal müssen wir sogar Knetgegenstände für einige Zeit in Sicherheit bringen, weil es Kinder gibt, die können es fast nicht verkraften, wenn ihre Knetschnecke wieder verknetet wird. Natürlich haben sie bis zum Ender der Spielgruppe ihre Schnecke vergessen, für Moment ist ihnen aber ihr Produkt, ihre Schnecke sehr wichtig.

Wir glauben auch, das Produkte, die im Spielgruppenaltern, das bei vielen Kindern schnell in Vergessenheit gerät, eine schöne Erinnerung an die eigene Kindheit darstellen und die Kinder mit Stolz erfüllt, wenn sie später darauf zurückblicken. Auch die Eltern werden gestärkt, wenn sie sehen, was ihre Kinder schon können und manche trauen ihnen dann auch ein bisschen mehr zu.

Wir teilen unsere Basteleien immer in kleine Teilschritte auf, die die Kinder selbst erledigen können und die ihnen das Gefühl geben, das Geschenk wirklich selbst gefertigt zu haben. In all meinen Spielgruppenjahren, hatte ich noch kein Kind, welches sagte, „das habe nicht ich gemacht, das hat Evelyn gemacht“. Im Gegenteil, meistens platzen die Kinder fast vor Stolz und können es kaum erwarten, ihr Geschenk mit nach Hause zu nehmen. Die wenigsten Eltern müssen bis Weihnachten warten, bis sie ihr Geschenk öffnen dürfen!

Beim gemeinsamen Basteln entdecken die Kinder so manche Fertigkeit, die sie bisher ablehnten oder nicht ausprobierten und sie gewinnen an Selbstsicherheit.  In meiner Karriere sind mir erst zwei Kinder untergekommen, die sich partout weigerten zu basteln. Ein Kind lehnte die Spielgruppe grundsätzlich ab und bestrafte mich, durch seine Verweigerung. An Ostern allerdings, als wir Ostereier bemalten, konnte ich den Bann brechen und hatte von da an eine begeisterte Bastlerin mehr in meiner Gruppe.

Natürlich können unsere jungen Kinder noch keine perfekten Geschenke herstellen, sollen sie auch nicht – auch unseren Geschenken sieht man an, dass sie von Kindern erstellt wurden.

Am Beispiel unseres Maus-Schnur-Schreibtisch-Butlers möchte wir euch zeigen, wie wir ein

Bastelprojekt für unsere jungen Kinder gestalten.

Ganz wichtig erscheint uns, kleine Arbeitsschritte zu gestalten und genügend Zeit einzuplanen. Je nach Tätigkeit führen wir sie mit jedem Kind einzeln am Entdeckertisch aus, eine tolle Gelegenheit Handlungen sprachlich zu begleiten und mit jedem Kind ein wenig zu plaudern.

Andere Tätigkeiten, z. B. Malen führen wir mit der ganzen Gruppe nach den Znüni durch.




Nicht ausser Acht lassen: Das Vorbereiten solcher Bastelprojekte nimmt viel Zeit in Anspruch!

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